Grundsätzliches vorab :

Zunächst ist es wichtig, mit System an die Bestimmung heran zu gehen ! Betrachte Deinen Bären sehr genau; etwa so, als sähest Du ihn zum ersten Mal ! Er kann Dir so schon eine Menge über sich erzählen.

Du mußt Dir deutlich vor Augen halten :
ALLES KANN WICHTIG SEIN !!

____________________________

Sehe den Teddybären auf folgende Punkte hin genau an +++ UND notiere Dir die Ergebnisse Punkt für Punkt !
( gegebenfalls geh´ die Liste zweimal durch ! )

Tipp :

 

1.

Hat er irgendwelche Etiketten, Marken etc. ?

 

1.a.

wie sehen sie aus ?
und aus welchem Material sind sie (Stoff, Metall; Plastik )?

 

1.b.

Wo ist dieser Hinweis angebracht ?

(Fuß, Rücken; Ohr, Bauch, Arm ?)

 

1.c.

Falls es solche Hinweise gibt :

Welche Farbe und welchen Wortlaut haben sie ?

 

1.d.

Falls nichts “Offensichtliches” entdeckbar ist :

Gibt es irgendwo im “Pelz” des Bären Löcher (auch kleine !) in denen Marken und IDs befestigt gewesen sein könnten (gegebenenfalls Restfäden von herausgetrennten Textil-IDs) ?

2.

Womit ist der Bär gestopft ?

 

 


Holzwolle knistert z.B. charakteristisch, etwa wie die älteren “Steiff-Tiere”. Die wohl vergleichsweise leicht als Vergleich befühlt werden können; etwa bei Bekannten oder auf Messen oder Zuhause. Zum Beispiel wurde nicht vor 1920--etwa-- mit leichteren Materialien, wie Kapok oder Wolle gestopft. In den 50er Jahren begann man dagegen, Bären mit Schaumstoffflocken zu stopfen. Es folgten weitere Füllmaterialien; selbst Styropor wurde für einige Bären benutzt.

3.

Aus welchen Aussenmaterial ist der Bär ?

 

 


Grundsätzlich waren Mohairstoffe immer schon die erste Wahl für hochwertige Teddybären. Seidenplüsch und andere Fabrikpelze kamen in den 30er Jahren auf. Ab den 50er Jahren kamen weitere verschiedenartigste Synthetikfelle hinzu; von denen auch ausgiebig Gebrauch gemacht wurde.

4.

Woraus bestehen die Pfoten ?

 

 


Die frühen Qualitätsbären hatten Filzpfoten; die preiswerteren dagegen Baumwollpfoten (manchmal bemalt), die wie Leder wirken sollten. Zwischen den 30er und 50er Jahren wurden häufig Velourstoffe eingesetzt. Die Nachkriegsbären hatten einen kürzeren und typisch andersfarbigen Velourflor.

5.

Wie sieht die Bestickung aus ?

 

 


Die Zahl der Krallen und deren Länge, sowie die Anordnung kann ein wichtiges Kriterium sein. Auch kann es wichtig sein aus welchem Faden und in welcher Technik gestickt oder gewebt wurde. Von Bedeutung sind hier natürlich nur die originalen Bestickungen.

Hat / hatte er Krallen aufgestickt ?

6.

Woraus bestehen seine Augen und
welche Farbe haben sie ?

 

 


Die frühesten Bären hatten fast ausschließlich Knöpfe (Schuhknopfaugen) als Augen. Erst in den 30ern änderte sich dies weitestgehend zugunsten der Glasaugen. Diese waren zunächst schwarz hintermalt; bis diese dann immer mehr von den zweifarbigen, durchgefärbten Augen verdrängt wurden. Dies ist auch von Laien recht einfach feststellbar. Erst die Nachkriegsbären bekamen dann immer häufiger Plastikaugen, da sie in der Herstellung günstiger waren.

7.

 Die Nähte !!

 

 


Etwas, das man als Laie für unwichtig hält, kann wichtigen Aufschluß über den Bären liefern ! Das Meiste des Bären wird mit der Maschine genäht sein, außer weniger, kurzer Strecken, die zum Stopfen des Bären offengelassen werden mußten und die dann abschließend per Hand geschlossen wurden. Steiff, Bing und Farnell ließen zum Befüllen meist den Bauch offen. Die anderen befüllten überwiegend über den Rücken. Die richtige Deutung der Nähte ist eine kleine Wissenschaft für sich.
 

8.

Hat er einen Buckel ?

 

 


Die frühesten Bären hielten sich noch eng an ihr natürliches Vorbild, was sie so unterschiedlich zu den späteren wirken läßt. Je größer der Buckel, desto eher könnte er bis zu den frühen 20er Jahren datiert werden. In Deutschland sogar bis zu den 30ern. Der Rest der Welt begann die Bären deutlich früher buckellos zu fertigen.

9.

 Wie sind die Proportionen von Armen und Beinen ?

 

 


Die frühen Arme und Beine waren sehr übertrieben. Sie hatten breite Oberbeine, schmale Fesseln und sehr lange Füße, während die Arme ziemlich gewinkelt waren und fast bis zu den Knien des Bären reichten.

Zwischen den 20ern und 30ern begannen die meisten Bärenmacher die Arme zu kürzen und gerader zu machen. Und auch die Füße schrumpften in dieser Zeit. Wie sieht es mit der Beweglichkeit aus ? Die Art der Gelenke gibt großen Aufschluß über den Ursprung des Unbekannten !! Die ersten und etliche billigere, europäische, spätere Bären hatten Metallstangen, die im Rumpf verbunden wurden.

Etwa 1905 wurden Holzgelenkscheiben entwickelt; die dann nachfolgend für fast alle Bären von minderer Qualität genutzt wurden. Üblicherweise hat ein Bär 5 Gelenke. Mitunter wurden einzelne Gelenke eingespart; dann konnte man zum Beispiel den Kopf des Bären nicht bewegen. Dies machte man gerne bei kleinen und/oder Niedrigqualitäten; auch bei manchen Irischen Bären aus den 50ern sieht man dies.

Aus den 30ern sind gar Bären bekannt, die unbewegliche Arme hatten und sie stets von sich gestreckt halten mußten. Um die meisten wasserempfindlichen Gelenkteddys Maschinenwaschbar zu machen, wurde bei vollwaschbaren (Kinder-)Teddys ab etwa den 50ern ganz auf Gelenke verzichtet.
 

10.

Und was ist mit seiner Schnauze ?

 

 


Wie das Meiste der Bären in den 30er Jahren , änderte sich auch die Schnauzenform zu einer weniger langen; hin zu einer kürzeren und dickeren. Und auch die Nasenbestickung gibt Aufschluß; denn viele Bärenmacher hielten sich genau an ihre typischen Nasenformen und Sticktechniken (rund, eckig, dreieckig und etc. ; quergestickt oder längst und etc.).

!!!

Was weißt Du sonst noch von dem Unbekannten ?
Was wurde Dir über ihn erzählt ?
Was weißt Du selbst über ihn ?
Wen kannst Du zu ihm befragen ?

Eine hilfreiche Information hierzu erreichte den Teddy-Planeten; die ich hier gerne, mit bärigem Dank !, weitergeben möchte.

Wichtiger Zusatz !

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Hallöle,

habe gerade Eure Seite gegoogelt und ein wenig geschnüffelt.
Da mich nur alte Bären interessieren, natürlich auf den entspechenden Seiten.
Bei den Bestimmungshilfen ist mir die Aussage
"Bären wurden nicht vor 1920 weich gestopft" aufgefallen.
Diese Aussage ist falsch, da z.B. die Firma Steiff ihren "Bärrle" PAB zum
Teil als Kapokgestopfte Veriante angeboten hat.
Im Jahre 1906 war die ",1",ein Teil der Artikelnummer,
ein Hinweis auf Kapokstopfung.
Ich besitze selber einen solchen Teddy und der ist wahrlich weich und leicht.
Bei Interesse:

www.teddybaer-antik.de

Herzliche Sammlergrüße,
Daniel
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    • Und nun beginnt die eigentliche Arbeit :

       
    • -- Die IDs zuordnen,
    • -- ähnliche, wenn möglich identische Bären suchen,
    • -- Fachliteratur wälzen,
    • -- Zeitungen studieren,
    • -- im Internet recherchieren,
    • -- Ausstellungen und Messen besuchen,
    • -- Gutachter oder Fachleute aufsuchen.
    • -- Und vielleicht das Teddy-Planet Angebot
         zur Bildveröffentlichung nutzen...
    • -- Oder eine Anfrage in den Teddy-Bären Foren posten.
      _________________________________________________

    Sinnvoll ist es mit den bequemsten und
    kostengünstigsten Punkten zu beginnen.
    Häufig kommt man früher oder später allein, ohne teuren Expertenrat dem Unbekannten auf die Spur.
    Oder man trifft im Laufe seiner Recherchen auf engagierte Hobbyisten, die mehr wissen und bereitwillig Auskunft geben.

Mini - Leitfaden
Bären bestimmen

Wie kann ich meinen unbekannten Teddy-Bären identifizieren ?

Teddy-Planet.de bietet die Möglichkeit
unbekannte Bären hier
- auf dieser Website -
mit Foto suchen zu lassen !!

Diese Möglichkeit ist nun interaktiv !
Ihr könnt sofort online Eure Gesuchten einstellen, und anhand der “Kommentare” den Stand der Dinge abrufen ! >>>> Gesucht wird !!!

Irgendwo auf diesem großen Teddy-Planeten gibt es eine hilfreiche Seele, die weiterhelfen kann !!

Einzelne Passagen dieser Anleitung zur Grobbestimmung von Bären sind ziemlich frei und in Anlehnung an eine englischsprachige Bestimmungsanleitung von mir übersetzt worden.

Leider habe ich mir zu meinen Notizen die URL nicht mit notiert; würde aber gerne auf die entsprechende englische Site verlinken !

Wer die URL kennt, möge sie mir bitte mitteilen !
Damit ich den Link nachreichen kann.

Euer “Meister” des
Teddy-Planet.De
Brigitte

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